Schlagwort: Corona

Lob und Preis dem Kondom, aber was soll der Fetzen im Gesicht?

The data is in: men are too fragile to wear Covid-19 masks. Grow up, guys

New studies show that men are worried masks are not masculine. Are masks becoming the ‘condoms of the face’?

Priya Elan, 3.7.2020, Guardian

 

Der Freitag brachte diesen Artikel vier Tage später in einer Übersetzung von Carola Torti, was u.a. deswegen eigenartig ist, da der Verleger dieser deutschen Wochenzeitung, Jakob Augstein, den Maßnahmen angeblich kritisch gegenübersteht, aber einen gegen die Kritiker hetzenden Text veröffentlicht.

 

Mein sehr verehrter Herr Elan,

einleitend sei gleich mal gesagt: wenn das Kondom auch nur annähernd so eine Erfolgsgeschichte wäre wie die Covid-19-Maske, die Sie so beweihräuchern, dann wäre nicht alles in Butter, aber vieles doch deutlich besser.

Wir hätten nicht Millionen Frauen, die ihren Körper tagtäglich durch das Einnehmen von Pillenpräparaten gefährden, die Schlaganfälle, Thrombosen oder einen Herzinfarkt riskieren, nur um ihren Typen nicht mit einer völlig nebenwirkungsfreien Verhütungsmethode zu belasten.

Stellen Sie sich vor, es gibt Herren, die ihre Männlichkeit durch das Benutzen von Kondomen nicht beeinträchtigt sehen, durch das Tragen einer Maske aber, deren Sinn von zahlreichen Ärzt*innen in Frage gestellt wird, das Gefühl hätten, ein Instrument der Unterdrückung und der Folter im Gesicht zu haben. Sie sehen ihr Grundrecht auf freies Atmen, auf ungehinderte Sauerstoffzufuhr, eingeschränkt, sie lehnen es ab, gesundheitsfaschistischen Regierungsmaßnahmen unkritisch Folge zu leisten.

Und jetzt kommt’s noch besser! Es mag ja sein, dass einige Frauen mehr zur Konformität neigen, wie Sie das ja teilweise zutreffend beschreiben. Wer sich anpasst, trägt Maske, zweifellos. Aber es gibt Radikalfeministinnen, die das nicht tun. Und zwar aus genau den Gründen, die auch kondombenutzende Feministen, die den Maulkorb von sich weisen, haben: Keine Unterwerfung unter das patriarchale Regime! Selbiges möchte, dass ich als brave deutsche Frau Kinder bekomme und einen sinnlosen Stofffetzen vor meinen Mund hänge – aber beides kommt nicht in Frage!

Ich lehne die Verschleierung ab, ich werde nicht freiwillig meine Lippen verschleiern, nur weil Leute wie Merkel und Spahn sowie andere Menschen, die von Medizin ebenfalls keinerlei Ahnung haben, der Ansicht sind, das würde irgendjemandem etwas bringen.

Am 10.6. 2020 wurde Streeck in der Welt (Virologe Streeck kritisiert deutschen Lockdown) folgendermaßen zitiert:

Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.

Und Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, sekundiert:

Die Wirkung einer generellen Maskenpflicht ist wissenschaftlich hoch fragwürdig – und, wenn Sie mich persönlich fragen, kulturell ist sie definitiv nicht wünschenswert… In der Summe richten sie womöglich mindestens so viel Schaden an, wie sie eventuell nutzen. (BZ, 10.5. 2020).

Die Instrumentalisierung der Angst klappt beim deutschen Volk wunderbar. Und wenn es ein paar mutige Frauen und Männer gibt, die sich nicht irre machen lassen, dann ist das erfreulich und rühmenswert und nicht ein paar Pseudo-Feministen, die Kondom und Maske benutzen.

Mein persönlicher Alptraum ist ein Maskenträger, der keine Kondome verwendet – denn er trägt dazu bei, die Umwelt endgültig zu ruinieren, indem er die Überbevölkerung ignoriert, und sich noch dazu gut fühlt, weil er meint, rücksichtsvoll gegenüber dem Opa seines Corona-Babys, dem er nebenbei bemerkt eine heillos kaputte Welt hinterlässt, zu handeln. Dabei ist er als Maßnahmenbefürworter schuld daran, dass selbiger Großvater monatelang eingesperrt wurde und die totale Entmündigung und Isolation erleben musste.

Von der Aussetzung der Grundrechte und der menschlichen Fortpflanzung in Zeiten von Corona und Klimawandel

Beim Eiskauf an der Theke einer Eisdiele entspann sich an Ostern ein interessanter Dialog mit dem Betreiber selbiger, der mir vorwarf, keinen Respekt vor Senior*innen zu haben. Aha. Man ist also respektlos gegenüber älteren Menschen, wenn man Kritik übt an den teilweise schon faschistoid anmutenden Maßnahmen, die momentan unser Land fest im Griff halten.

Besonders amüsant hierbei ist die Tatsache, dass ich gerade aus Recherchegründen sechs (!) Bücher las zum Thema Ageismus…

Es steht völlig außer Frage, dass die Gesundheit aller Menschen ein hohes Gut ist, das geschützt werden muss. Über das WIE lässt sich allerdings streiten, zumal es ja eben nicht um Pest oder Cholera geht. Weltweit führende Experten wie Professor Ioannidis haben zahlreiche Artikel veröffentlicht, die klar machen, dass der Lockdown und die Massenpanik bedeutend mehr Todesopfer fordern werden als das Virus an sich.

Ein typisch deutsches Phänomen ist traurigerweise das ganz gezielte, extrem aggressive Diffamieren progressiver, gegen den Mainstream gerichteter Meinungen und Erkenntnisse. Das traf Dr. Wodarg und Frau Bahner, mit denen man sich kaum ernsthaft auseinandersetzte. Man stülpt einfach das Etikett „Verschwörungstheoretiker“ über die betreffende mutige Einzelperson und schon muss man den jeweiligen Menschen nicht mehr ernst nehmen. Problem gelöst.

Völlig wumpe, dass auch mein Eisverkäufer schwerste wirtschaftliche Einbußen hinnehmen muss, weil er die große Terrasse nicht betreiben darf und sehr wenige Leute in den Straßen unterwegs sind. Völlig wumpe, dass diejenigen Alten, die nach eigenen Angaben lieber am Virus sterben würden, jetzt an Einsamkeit sterben. Völlig wumpe, dass die Suizidraten steigen, die Fälle häuslicher Gewalt ohnehin, denn – wir haben immer noch den Lichtblick eines Geburtenbooms in neun Monaten, ist das nicht wunderbar!

Dabei ähnelt die Sachlage frappant der vor einem Jahr: Ist doch egal, was für eine Welt man den Kindern da zumutet! Kollaps des Ökosystems, Millionen Klimatote, alles ganz egal, Hauptsache, wir bekommen mehr deutsche Kinder.

Dass diese Kinder jetzt zusätzlich zur desolaten ökologischen und politischen Lage auch noch in eine Welt geboren werden, in der sie jederzeit willkürlich monatelang eingesperrt werden, in der sie keine Freunde treffen, nicht Fußball spielen dürfen, in der es keinen Jugendclub im Theater gibt, keine Musikschule und keine Bücherei – das ist eine Katastrophe, die jeden denkenden Menschen von der Reproduktion abhalten müsste.

Und da reden wir noch nicht mal von wirklich gefährlichen Pandemien. Vor einem Jahr prophezeite ich durch Überbevölkerung, Fleischkonsum etc. verursachte Seuchen – ich wurde von vielen dafür ausgelacht. Vielleicht lachen ein paar dieser Spaßvögel jetzt schon nicht mehr ganz so laut, denn Corona ist erst der Anfang. Die komplett überlastete Erde (N.B. Bei unserem aktuellen Lebensstil bräuchten wir im Schnitt drei Welten, manche Länder sogar noch deutlich mehr) wird sich noch ganz andere Mittel einfallen lassen, um zurückzuschlagen gegen die Milliarden, die sie nicht nur ausbeuten, was das Zeug hält, sondern auch durch tägliches Hinzufügen weiterer 400 000 Menschen unerträglich stark belasten.

Um Sir David Attenborough zu zitieren: „Either we limit our population growth or the natural world will do it for us.“ Das ist natürlich in der durch den Lockdown bedingten Kondom-Knappheit nicht für alle so leicht, aber den Deutschen als hochgradigen Ressourcenvergeudern obliegt diese Aufgabe sowieso in besonderem Maß. Man erinnere sich – ein deutsches Kind verbraucht so viele Ressourcen wie eine ganze afrikanische Schulklasse…

Flatten the curve ist ein Slogan, der endlich unbedingt auch auf unsere Bevölkerungsentwicklung Anwendung finden muss, und zwar auch und gerade jetzt. Das muss auch der Eisdielenbesitzer zugeben, wenn er nicht möchte, dass er in ein paar Jahren gar niemanden mehr hat, dem er sein köstliches Gelato verkaufen kann.

 

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